28. September 2022

Reeller oder virtueller Ansatz?

In der Gemeinderatssitzung vom 16. September 2021 war unter dem Tagesordnungspunkt: Weikersheim – was heißt hier klimaneutral? ein sehr interessanter Vortrag von Herrn Prof. Dr. Harald Drück, Uni Stuttgart. Danach titelten die Fränkischen Nachrichten vom 18. September: „Wissenschaftler der Universität Stuttgart referiert zum Thema „Klimaneutralität“ – Das Pflichtprogramm „bereits erreicht“.

„Diese Überschrift ist in der Tat irreführend“, war daraufhin die Rückmeldung von Prof. Drück. „Durch die Überschrift kann der Eindruck entstehen, dass Weikersheim in Sachen Klimaneutralität nichts mehr tun muss. Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn man sich das „schönrechnet“.

Da in der kommenden Gemeinderatssitzung am 21. Oktober keine Bürgerfragestunde angesetzt ist, fragt der Klimastammtisch hiermit öffentlich nach, ob die Stadt sich das Thema Klimaneutralität wirklich schönrechnet?

Das wäre der Fall, wenn man z.B. den auf Weikersheimer Gebiet durch Windräder erzeugten Öko-Strom mit den CO2-Emissionen aus Gebäudeheizungen gegenrechnet. Alternativ ist der von Prof. Drück vorgestellte „reelle“ Ansatz, also die echte Klimaneutralität, die auch den CO2-Ausstoß durch Wärmeerzeugung und durch Mobilität berücksichtigt. Als wesentliche notwendige Maßnahmen für echte Klimaneutralität nennt Drück hierfür die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts sowie die Etablierung eines Klimaschutzmanagements bzw. Klimaschutzmanager/in. Herr Drück führt dies in seinem Vortrag dann detailliert aus. (Die Fränkischen Nachrichten haben diese interessante Präsentation dankenswerter Weise auf ihrer Website veröffentlicht!)

Für den Klimastammtisch bleibt nach dem erfolgreichen Einwohnerantrag die Erwartung, dass die Stadt sich klar hinter den reellen Ansatz stellt und sich somit für eine „echte“ Klimaneutralität einsetzt.